Natur- und Erholungslandschaft im Städtedreieck Hamburg, Hannover, Bremen
Der Naturpark Lüneburger Heide liegt in der Zentralheide. Im Zentrum des Naturparks befindet sich der 169,2 m hohe Wilseder Berg, die höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene. Im Jahr 2007 wurde der bestehende Naturpark Lüneburger Heide erheblich erweitert. Sein Kerngebiet ist das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit den größten zusammenhängenden Calluna-Heiden Mitteleuropas.
Eine historische Kulturlandschaft: Heiden entstanden durch die Einwirkungen des Menschen: durch Rodungen, Beweidung mit Tieren und Feuer wurde der Wald immer mehr zurückgedrängt. Auf den trockenen, sandigen Böden, die im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide vorherrschen, entwickelten sich Heideformen, in denen die Besenheide (Caluna vulgaris) die dominante Pflanzenart ist. In feuchten Lagen wird sie durch die Glockenheide (Erica tetralix) abgelöst.
In der Lüneburger Heide begann der 1909 gegründete Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) bereits 1910 damit, Heideflächen im heutigen Kerngebiet des Naturparks vor Bebauung, Aufforstung oder Umbruch in Ackerland zu bewahren. In kurzer Zeit konnte der VNP mehrere große Heideflächen und einige Höfe aufkaufen. 1922 wurde ein ca. 21 km² großes Gebiet um den Wilseder Berg unter Naturschutz gestellt. Die Naturschutzgebietsfläche wurde 1993 auf etwa 23 km² erweitert. Heute ist die zum Verein Naturschutzpark e.V. gehörende Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide Eigentümer von mehr als einem Drittel der Fläche des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide.
Die Lüneburger Heide erleben: Der Naturpark bietet zahlreiche touristische Ziele. Dazu zählen insbesondere der romantische Ort Wilsede und der Wilseder Berg. Der "Totengrund" ist ein besonders malerisches Tal im Herzen des Schutzgebietes. Für die Besucher hält der VNP drei Häuser der Natur in Niederhaverbeck, Undeloh und Döhle bereit, in denen sie sich über die Landschaftsgeschichte, Tiere und Pflanzen sowie Besonderheiten und Probleme des Gebietes informieren können. Im Naturpark Lüneburger Heide findet man viele Zeugnisse der Geschichte. Dazu zählen unzählige bronzezeitliche Hügelgräber, historische Wegespuren, Grenzmarkierungen, Findlingsmauern, alte Schafställe, Treppenspeicher und in beeindruckenden Hofgehölzen gelegene reetgedeckte Heidebauernhäuser.
Auf etwa 700 km Wander- und 300 km Reitwegen können sie die Landschaft erleben, die mit ihren halboffenen Heiden einen besonderen Charakter besitzt. Der Besuch des Gebietes ist auf den ausgewiesenen Wegen zu Fuß, mit dem Fahrrad, zu Pferd oder auch mit Kutschen möglich, die auf den großen Parkplätzen auf Besucher warten. Zum Schutz der Landschaft sowie der Tier- und Pflanzenwelt gilt ein generelles Kraftfahrzeugverbot. Die Weite und Ruhe der Landschaft lädt ein zu Besinnung und Erholung ein. Kein Wunder, dass die Lüneburger Heide bekannter ist als das Land Niedersachsen; sie ist eine einmalige Landschaft.
Kontakt:
Informationen zur Geschichte des Naturparkes und zur Entstehung und Pflege der Landschaft:
Verein Naturschutzpark e.V. (VNP) Niederhaverbeck 7 29646 Bispingen
von Hermann Cordes, Thomas Kaiser, Henning von der Lancken. Über touristische Informationen hinaus finden sich in diesem Buch interessante wissenschaftliche Details zu Geschichte und Naturkunde der Lüneburger Heide.